Unsere Weinberge liegen allesamt im Mendrisiotto, dem zum Sottoceneri zählenden, südlichsten Zipfel des Tessins. Die eigentliche Sonnenstube des Kantons gehört bis zum Monte Ceneri zur afrikanischen Platte, die sich einst von diesem Erdteil löste und zusammen mit dem heutigen Italien, Spanien und Teilen Frankreichs nach Norden driftete. Von den nördlicher gelegenen Regionen des Kantons unterscheidet sie sich nicht nur durch ein 3 - 5 Grade wärmeres Klima, sondern auch durch ihre Bodenbeschaffenheit. Im Gegensatz zu den mehrheitlich leichten, sandigen und wasserdurchlässigen Böden des Sopraceneri enthalten jene des Sottoceneri mehr Ton und sind schwerer und fruchtbarer. Ihre alkalische Beschaffenheit auf einer Grundlage kalkhaltiger Sedimente ist ideal für eine optimale Mineralienversorgung der Trauben und für Merlot- und Cabernetweine wie geschaffen. Deren Trauben gedeihen hier hervorragend, reifen bis zu höchsten Gradationen aus und liefern exzellente, lang lagerfähige Weine.
 
Weinberg Fontana, Balerna (350 m ü.M.)
Der kleinste unserer Weinberge ist eigentlich eher ein Garten und zählt nur gerade mal 100 40-jährige Rebstöcke mit Merlot- und 50 8-jährige Rebstöcke mit Malbec-Trauben. Letztere haben wir in unmittelbarer Hausnähe gepflanzt, weil sie während der Blütezeit extrem empfindlich gegen Nässe sind und sehr schnell verrieseln können. Diesem Umstand kommen wir allerdings bei, indem wir im Bedarfsfall die Rebzeilen mit Plastikbahnen bedecken.
 
Weinberg Pomariolo, Castel S. Pietro (400 m ü.M.)
Diese Top-Lage wurde ursprünglich noch vom legendären Kreateur des Tessiner Weinbaus, dem italienischen Agronomen und Pharmakologen Alderige Fantuzzi um 1902 bepflanzt, der als "Ingeniere sulla bicicletta" in die Geschichte einging, weil er seine Rebberg-Visiten auf dem Fahrrad absovierte. Aus seiner Zeit ist allerdings gerade eine einzige Rebe der Spezies Ancellotta verblieben, die wir mit mit gebührendem Respekt und entsprechender Hingabe pflegen. Der Rest des Weinbergs ist mit ca. 60-jährigen Reben bestockt und nur gerade dort, wo mal eine nicht mehr mochte oder konnte, haben wir den frei gewordenen Platz mit einer Jungpflanze ausgefüllt.
 
Weinberg La Valle, Ligornetto (362 m ü.M.)
Vor über 40 Jahren wurden diese Reben nach der im Tessin einst üblichen klassischen Doppelstock-Manier mit zwei nahe beieinander liegenden Reben mit je einem links- oder rechtsseitigen Ausläufer gepflanzt. Später besetzte man die allzu grossen Zwischenräume mit Pflanzen, die aus alten Merlot-Klonen gezogen wurden. Im Gegensatz zu modernen, auf Höchsterträge ausgerichteten Unterlagen, bilden diese lockerere, weniger dicht wachsende Trauben. Das wirkt sich zwar in einer minderen Ausbeute, dafür aber in einer höheren Qualität aus.
 
Weinberg Roccolo, Tremona (550 m ü.M.)
Inmitten des 2003 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärten Gebietes rund um den Monte S. Giorgio liegt unser Weinberg Roccolo. In einer sanften Senke mit einem einzigartigen Mikroklima und gesäumt von einem Kastanien,hain, bietet er vielen seltenen Pflanzen eine Heimat, die hier ungehindert wachsen dürfen weil wir sie nur dreimal im Jahr nach ihren Versamungszyklen mähen. Die Besonderheit des Terrains ist die enorme Menge gut konservierter Fossilien aus dem Mitteltrias, deren wichtigste Funde im Paläontologischen Museum in Zürich und im Museo dei fossili in Meride besichtigt werden können. Nicht weit von unserem Rebberg, dessen Name Roccolo das italienische Wort für "Vogelfänger" ist - einer Tradition, der in dieser Gegend lange gehuldigt wurde - steigt ein sehenswerter Naturlehrpfad den Berg hinauf, der Besuchern die einzigartige Welt dieser Region nahe bringt.